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Koedukativer Sportunterricht in der Schweiz − kantonale Regelungen und die Einstellung von Schülerinnen auf der Sekundarstufe II

Marolf, Laura. Koedukativer Sportunterricht in der Schweiz − kantonale Regelungen und die Einstellung von Schülerinnen auf der Sekundarstufe II. 2021, Master Thesis, University of Basel, Faculty of Medicine.

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Official URL: https://edoc.unibas.ch/83777/

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Abstract

Hintergrund
Die Koedukation im Sportunterricht wird seit längerer Zeit diskutiert. Der Forschungsstand zu dieser Thematik auf Sekundarstufe II in der Schweiz ist bis anhin begrenzt. Daher ist das Ziel dieser Masterarbeit die Sichtweise von Schülerinnen und kantonale Regelungen über die Organisation des Sportunterrichts in der Schweiz aufzuzeigen.
Methodik
Zwei quantitative Untersuchungen wurden durchgeführt. Daten wurden gesammelt durch (I) einen Fragebogen, der von Schülerinnen auf Sekundarstufe II der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt ausgefüllt (N=354) und (II) einer E-Mail-Umfrage, welche von Schweizer Gymnasien bearbeitet wurde (N=100).
Resultate
Die Gymnasiastinnen besuchen den Sportunterricht gerne und sind zufrieden mit ihrer erteilten Sportunterrichtsform. Die Anwesenheit der Jungen hat einen Einfluss auf das Bemühen der Mädchen und auf die Angst, sich im Sportunterricht zu blamieren. Die Rücksichtslosigkeit der Jungen und die Vernachlässigungen der Mädchen werden von vielen Schülerinnen wahrgenommen (r=.22, p<.001; r=0.25, p<.001). In der Schweiz gibt es keine Regelungen über die Sportunterrichtsorganisation, sondern nur Empfehlungen. In der Deutschschweiz wird meistens ein geschlechtergetrennter Sportunterricht und in der Westschweiz und im Tessin geschlechtergemischter Sportunterricht angeboten.
Schlussfolgerungen
Die Ergebnisse dieser Untersuchung lassen sich in die aktuelle Forschungsdebatte einordnen, wobei drei Widersprüche erkennbar sind: Erstens gibt es eine Ambivalenz zwischen der Koedukationsforschung und den Einstellungen der Mädchen dazu, da erstere die Koedukation als benachteiligend für die Mädchen beschreiben und letztere diese trotzdem der Monoedukation bevorzugen. Zweitens zeigt sich ein Paradox zwischen den Empfehlungen der Forschung sowie dem Lehrplan 21 zur Sportunterrichtsorganisation und der wirklichen Umsetzung des Schulsports. Drittens erweist es sich als widersprüchlich, dass sich trotz einer intensiven Auseinandersetzung und einem hohen Wissensstand über die Geschlechtersozialisation im Sport weiterhin in der Gesellschaft verankerte Geschlechterstereotypen erkennen lassen. Diese Widersprüche gilt es zu überwinden. Weitere Forschung ist notwendig, um realisierbare Lösungsansätze zu verbreiten, sowie Lehrpersonen auf diese Thematik zu sensibilisieren.
Advisors:Gall, Stefanie and Pühse, Uwe
Faculties and Departments:03 Faculty of Medicine > Departement Sport, Bewegung und Gesundheit > Bereich Sportwissenschaft > Sportwissenschaften (Pühse)
UniBasel Contributors:Gall, Stefanie and Pühse, Uwe
Item Type:Thesis
Thesis Subtype:Master Thesis
Thesis no:UNSPECIFIED
Thesis status:Complete
Last Modified:21 Nov 2024 15:37
Deposited On:28 Jun 2021 08:45

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