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Charakteristika des agitiert-aggressiven Syndroms (AAS) bei Patientinnen und Patienten mit psychotischen Störungen

Hochstrasser, Lisa. Charakteristika des agitiert-aggressiven Syndroms (AAS) bei Patientinnen und Patienten mit psychotischen Störungen. 2018, Doctoral Thesis, University of Basel, Faculty of Psychology.

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Official URL: http://edoc.unibas.ch/diss/DissB_12967

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Abstract

Einleitung: Seit den neunziger Jahren wächst die Evidenz für einen Zusammenhang zwischen psychotischen Störungen und Agitation, Aggression sowie Gewalt. Agitiertes oder aggressives Erleben und Verhalten wird in der Literatur als eine klinisch relevante Dimension der Psychopathologie psychotischer Störungen beschrieben. Ausserdem zeigt sich auch in faktorenanalytischen Untersuchungen, dass das Agitiert-Aggressive Syndrom (AAS) bei psychotischen Störungen eine wichtige und stabile Komponente der Psychopathologie darstellt. Bisher gehen jedoch nur einzelne Studien über die psychopathologische Beschreibung und Validierung des AAS hinaus, weswegen wir in der vorliegenden Dissertation die folgenden potentiell mit dem AAS zusammenhängenden Variablen untersuchen möchten, um zu einem ganzheitlicheren Verständnis des AAS beizutragen: Erkrankungsbeginn, antisoziale Persönlichkeitsstörung, forensische Vorgeschichte, Substanzkonsum, Funktionsniveau, subjektives Wohlbefinden und State-Trait-Struktur. Methodik: In Artikel 1 wurden Daten von 52 im Rahmen des Psychosis Early Detection and Intervention Center (PEDIC) rekrutierten First Episode Psychosis (FEP) PatientInnen präsentiert, die über einen Zeitraum von zwölf Monaten hinweg beobachtet und hinsichtlich Erkrankungsbeginn, antisozialen Persönlichkeitszügen, forensischer Vorgeschichte und Substanzkonsum befragt und untersucht wurden. In Artikel 2 wurden mithilfe des „Global Assessment of Functioning“ (GAF) und der „Subjective Well-being under Neuroleptic treatment scale“ (SWN) Daten zum Funktionsniveau und zum subjektiven Wohlbefinden und mithilfe des „Modified Location Code Index“ (MLCI) und des „Modified Vocation Status Index“ (MVSI) Daten zur Wohn- und Arbeitssituation erhoben. Insgesamt 131 FEP und 71 Multiple Episode Psychosis (MEP) PatientInnen wurden zu folgenden Messzeitpunkten untersucht: 1 Woche, 2 Wochen, 4 Wochen, 6 Wochen, 8 Wochen, 3 Monate, 6 Monate, 9 Monate und 12 Monate. In Artikel 3 wurden anhand der „Brief Psychiatric Rating Scale“ (BPRS) erhobene Daten von 196 Clinical High Risk State (CHRS)- und 131 FEP-Individuen hinsichtlich ihrer latenten State-Trait-Struktur analysiert. Neben der Anfangsmessung wurden die StudienteilnehmerInnen zu folgenden Zeitpunkten untersucht: 3 Monate, 6 Monate, 9 Monate und 12 Monate. Ergebnisse: Das AAS zeigte sich als ein mit frühem Erkrankungsbeginn, antisozialen Persönlichkeitszügen, forensischer Vorgeschichte und teilweise auch mit Suchterkrankungen assoziiertes Syndrom. Bezüglich subjektivem Wohlbefinden und Funktionsniveau fanden sich keine bedeutenden Zusammenhänge mit dem AAS. Der Trait-Anteil des AAS war im Vergleich zu den anderen Subdimensionen psychotischer Symptomatik gering und unterschied sich nicht hinsichtlich der Krankheitsphase. Diskussion: Aufgrund des episodischen Charakters des AAS sollte ihm in Bezug auf das Monitoring von Agitation und Aggression in der klinischen Praxis eine besondere Bedeutung beigemessen werden. Weiter scheinen FEP PatientInnen mit frühem Erkrankungsbeginn ein stärker ausgeprägtes AAS aufzuweisen als PatientInnen mit Erkrankungsbeginn im Erwachsenenalter, was zusammen mit der gefundenen Assoziation zwischen AAS und Substanzkonsum, antisozialen Persönlichkeitszügen und der forensischen Vorgeschichte die Wichtigkeit von für Adoleszente zugeschnittenen Präventions- und Behandlungsprogrammen unterstreicht. Aufgrund der schwachen Zusammenhänge zwischen AAS und subjektivem Wohlbefinden könnte bei diesen PatientInnen eine ganz oder teilweise fehlende Krankheitseinsicht vermutet werden. Diese Annahme würde die grosse Herausforderung verdeutlichen, diese PatientInnen zu einer Behandlung zu motivieren bzw. eine bestehende Behandlung aufrechtzuerhalten.
Advisors:Stieglitz, Rolf-Dieter and Huber, Christian
Faculties and Departments:07 Faculty of Psychology > Departement Psychologie > Forschungsbereich Klinische Psychologie und Neurowissenschaften > Klinische Psychologie und Psychiatrie (Stieglitz)
UniBasel Contributors:Stieglitz, Rolf Dieter
Item Type:Thesis
Thesis Subtype:Doctoral Thesis
Thesis no:12967
Thesis status:Complete
Bibsysno:Link to catalogue
Number of Pages:1 Online-Ressource (83 Seiten)
Language:English
Identification Number:
Last Modified:06 Apr 2019 04:30
Deposited On:05 Apr 2019 13:17

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