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Stigma und subjektive Erfahrungen in der Früherkennung von Psychosen

Uttinger, Martina. Stigma und subjektive Erfahrungen in der Früherkennung von Psychosen. 2017, Doctoral Thesis, University of Basel, Faculty of Psychology.

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Official URL: http://edoc.unibas.ch/diss/DissB_12479

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Abstract

Hintergrund: Die Psychosefrüherkennung versucht mittels Screening verschiedener Risikokriterien, wie unspezifischer, attenuierter und vereinzelt auftretender psychotischer Symptome, eine sich entwickelnde Psychose frühzeitig zu erfassen mit dem Ziel, die vielen negativen Konsequenzen einer Erkrankung aus dem schizophrenen Formenkreis – unter anderem Stigmatisierung - zu verhindern oder zu verringern.
Ziele: Die vorliegende Arbeit fasst drei Studien zusammen, die sich mittels unterschiedlicher Methoden (qualitative Methoden, Fragebogenvalidierung, Validierung eines halbstrukturierten Interviews) zum Ziel gesetzt haben, zu einer Verbesserung der Datengrundlage und der Instrumente in den Bereichen Stigmatisierung aus subjektiver Sicht der Betroffenen, Basissymptome (BS) und Psychopathologie in der Früherkennung beizutragen.
Methoden: Stigmatisierung wurde mit Hilfe von qualitativ ausgewerteten Interviews untersucht. Die Erhebung der BS erfolgte mit dem Frankfurter Beschwerdefragebogen (FBF), dessen Faktorenstruktur, Reliabilität, Homogenität und prädiktive Validität für die Entwicklung einer Psychose mittels konfirmatorischer Faktorenanalyse (KFA) und Survival-Analyse überprüft wurden. Zur ausführlichen Erfassung des Krankheitsverlaufs, der Risikokriterien und erster Indikatoren für eine beginnende Psychose wurde das halbstrukturierte Basler Interview für Psychosen (BIP) validiert, unter anderem anhand einer Faktorenanalyse und der Bestimmung der Interrater-Reliabilität.
Resultate: Die qualitative Studie konnte zeigen, dass Psychoserisikopatienten (Englisch: at risk mental state [ARMS] patients) von Stigmatisierung im Sinne von einem Bewusstsein für gängige Stereotypen sowie befürchteter Stigmatisierung betroffen zu sein schienen, sich aber mit Unterstützung der Früherkennungssprechstunde gut davon distanzieren konnten.
Die Studie zur Validierung der mit dem FBF erfassten BS ergab, dass eine zwei- bis vierfaktorielle Lösung am besten zu den Daten passte. Die erzielten Reliabilitätskoeffizienten zeigten gute Werte für alle Skalen (omega = .75 - .99) und den Gesamtscore (omega = .99). Eine prädiktive Validität für die Vorhersage der Transition zur Psychose konnte nicht gezeigt werden.
Für die Erfassung von Psychopathologie, Krankheitsverlauf und frühen Anzeichen mit dem BIP konnten gute Reliabilitäts- und Validitätswerte sowie für zwei der Subskalen und den Gesamtscore eine prädiktive Validität nachgewiesen werden. Mittels einer Faktorenanalyse konnten fünf inhaltlich gut interpretierbare Faktoren gefunden werden.
Diskussion: Aus klinischer Sicht ist es wichtig, den Fokus auf die subjektive Sicht der Patienten zu legen, um die Behandlung möglichst massgeschneidert ihren Bedürfnissen anpassen zu können, und negativen Konsequenzen wie Stigmatisierung vorbeugen zu können. Halbstrukturierte Interviews eignen sich gut zur Erfassung von Stigmatisierung, Basissymptomen sowie Psychopathologie in der heterogenen Gruppe der ARMS-Patienten, während im Bereich der Fragebogenentwicklung und –adaption weiterer Forschungsbedarf zu bestehen scheint. Die qualitative Studie eignet sich dafür als Grundlage.
Advisors:Stieglitz, Rolf-Dieter and Riecher-Rössler, Anita
Faculties and Departments:07 Faculty of Psychology > Departement Psychologie > Forschungsbereich Klinische Psychologie und Neurowissenschaften > Klinische Psychologie und Psychiatrie (Stieglitz)
UniBasel Contributors:Stieglitz, Rolf Dieter and Riecher-Rössler, Anita
Item Type:Thesis
Thesis Subtype:Doctoral Thesis
Thesis no:12479
Thesis status:Complete
Bibsysno:Link to catalogue
Number of Pages:1 Online-Ressource (89 Seiten)
Language:German
Identification Number:
Last Modified:22 Apr 2018 04:32
Deposited On:27 Mar 2018 13:36

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