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Intento pedagogico e tradizione misogina nella ‘Historia de duobus amantibus’

Terzoli, Maria Antonietta. (2006) Intento pedagogico e tradizione misogina nella ‘Historia de duobus amantibus’. In: Enea Silvio Piccolomini : uomo di lettere e mediatore di culture = Gelehrter und Vermittler der Kulturen / hrsg. von Maria Antonietta Terzoli. Basel, pp. 169-206.

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Official URL: http://edoc.unibas.ch/dok/A5251911

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Abstract

Der scheinbare Widerspruch zwischen einer mit Bedacht auf Einzelheiten erzählten Liebesgeschichte und den in dem Brief an Mariano Sozzini und jenem an den kaiserlichen Kanzler Kaspar Schlick ausgedrückten Vorbehalten haben viele Wissenschaftler dazu veranlasst, über die "Moralität" der Historia de duobus amantibus nachzudenken, über die "Melancholie", die auch die sinnlichsten Seiten der Erzählung durchdringt. Umso mehr als es dem Autor weniger als fünfzehn Jahre nach Entstehung des Werkes, das vielen als entschieden gewagt erschienen war, beschieden sein sollte den Papstthron zu besteigen, und er unter anderem ebendiese Schrift zurückwies. Der Vortrag beabsichtigt aufzuzeigen, wie die Historia, entgegen allem Anschein, eigentlich eine stringente Anklage jener Gefahr darstellt, die der Liebe inhärent ist. Dazu greift sie auf die konsolidiertesten Beispiele der mittelalterlichen misogynen Tradition zurück und nimmt eine sorgfältige Umkehrung des erotischen Boccaccio vor. Die in der kleinen Schrift betont zur Schau getragene klassische Tradition scheint Enea Silvio in der Zwischenzeit durch den Filter der unumgänglichen Modelle der vulgärsprachlichen Literatur des italienischen Due- und Trecento zu lesen. Die Konstruktion der zunächst in den Brief an Sozzini, dann in jenen an Schlick eingefügten Geschichte ermöglicht es dem Autor alles andere als ambivalente Leseanweisungen zu erteilen und in der angeblich tatsächlich vorgefallenen Geschichte von Euryalus und Lucretia ein erinnerungswürdiges und zeitgenössisches exemplum der destruktiven Kraft der Leidenschaft zu erteilen. Der Rahmen des Briefes erlaubt es dem Autor ausserdem konstant die Kontrolle über den heiklen Erzählstoff auszuüben, da er, selbst innerhalb der Erzählung, Kommentare, Urteile und Eingriffe im Einklang mit dem negativen Grundton der Rahmenkonstruktion zulässt. Die Historia erweist sich so vielmehr als ein Werk mit ausdrücklich erzieherischer Funktion, denn als eine selbstgefällig erotische Erzählung.
Faculties and Departments:04 Faculty of Humanities and Social Sciences > Departement Sprach- und Literaturwissenschaften > Fachbereich Italianistik > Italienische Literaturwissenschaft (Terzoli)
UniBasel Contributors:Terzoli, Maria Antonietta
Item Type:Conference or Workshop Item, refereed
Conference or workshop item Subtype:Conference Paper
Bibsysno:Link to catalogue
Publisher:Schwabe
ISBN:978-3-7965-2258-1 ; 3-7965-2258-0
Note:Publication type according to Uni Basel Research Database: Conference paper
Last Modified:14 Sep 2012 07:07
Deposited On:22 Mar 2012 14:01

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