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Globale Netzwerke, regionale Einflüsse: die Struktur und Geographie von Innovationsprozessen in der Biotechnologie. eine Analyse der Innovationsnetzwerke von Biotechnologieunternehmen in elf Clustern in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien

Klöpper, Christof. Globale Netzwerke, regionale Einflüsse: die Struktur und Geographie von Innovationsprozessen in der Biotechnologie. eine Analyse der Innovationsnetzwerke von Biotechnologieunternehmen in elf Clustern in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien. 2009, PhD Thesis, University of Basel, Faculty of Science.

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Official URL: http://edoc.unibas.ch/diss/DissB_8846

Abstract

Innovation gilt in der ökonomischen Theorie als Hauptantriebsfeder wirtschaftlicher Entwicklung. Eine zunehmend intensive Arbeitsteilung zwischen verschiedenen Akteuren und die Entstehung von Innovationsnetzwerken werden als entscheidendes Charakteristikum von Innovationsprozessen in modernen Hochtechnologieindustrien verstanden. Trotz der intensiven Forschung zu diesem Thema bestehen erhebliche Wissenslücken darüber, welche Geographie diese Netzwerke haben, wie man sie messen kann und welchen Einfluss das unternehmensexterne Umfeld auf diese Netzwerke ausübt. Hier setzt die vorliegende Arbeit an. Die folgenden vier Frage werden von einer regionalökonomischen Perspektive aus untersucht:
 Wie sind Innovationsnetzwerke organisiert und welche Geographie haben sie?
 Wie unterscheiden sich Innovationsnetzwerke in verschiedenen Kontexten (Regionen, Länder, im Zeitverlauf)?
 Was sind die Ursachen für die Unterschiede?
 Lassen sich die Innovationsnetzwerke und ihr Kontext klassifizieren?
Für die Arbeit wird das Beispiel der „roten Biotechnologie“ (biotechnologische Anwendungen in der Pharmaindustrie) herangezogen. Die Biotechnologie gilt als Vorreiter wissenschaftsnaher und wissensintensiver Wirtschaftszweige, also Branchen bei denen Innovation direkt auf den Erkenntnissen der Grundlagenforschung basiert. Die Erkenntnisse über die Struktur und Geographie von Innovationnetzwerken in der Biotechnologie, sowie deren Einflussfaktoren lassen Rückschlüsse auch auf andere wissenschaftsnahe Technologiefelder, wie z.B. die Nanotechnologie zu. Für die vorliegende Arbeit wurden anhand neuer bibliometrischer Verfahren über 10.000 Kooperationen bei Innovationsvorhaben von insgesamt 288 Biotechnologieunternehmen aus elf Regionen im Zeitraum von 1990 bis 2007 untersucht. Im Rahmen dieser Arbeit wird auch die Eignung der neuen bibliometrischen Verfahren zur Messung von Innovationsnetzwerken überprüft.
Die Untersuchung führt zu folgenden Ergebnissen:
 Die Bibliographie und das mit ihr verbundene Methodenspektrum eignet sich zur Messung und Analyse von Innovationsnetzwerken und hat gegenüber herkömmlichen Verfahren (z.B. Befragungen) deutliche Vorteile. Zu diesen Vorteilen zählen die Unabhängigkeit der Daten von der Meinung von Befragten, die Möglichkeit grosse Netzwerke zu messen, die Möglichkeit Messungen zu wiederholen (und damit zu überprüfen) und die Möglichkeit Zeitreihen herzustellen.
 Die Messung der Innovationsnetzwerke zeigt, dass Innovationsprozesse in hohem Masse international sind und dass die in der Literatur zu Clustern oder regionalen Innovationssystemen häufig herangezogenen intraregionalen Kooperationen von Unternehmen nur eine geringe Bedeutung haben. Dabei sind es allerdings nur einige wenige weltweite Zentren vor allem in Nordamerika und Westeuropa, die intensiv vernetzt sind. Zudem zeigt die Analyse die grosse Bedeutung von Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen für die Innovationsprozesse in der Biotechnologie.
 Innovationsnetzwerke unterscheiden sich deutlich und zwar hinsichtlich der beteiligten Organisationen, ihrer Geographie und der Struktur der Netzwerke innerhalb von regionalen Wirtschaftsclustern. Zudem unterscheiden sich Innovationsnetzwerke auch im Verlauf der Unternehmensentwicklung. Im Zeitverlauf der letzten 20 Jahre verhielten sich die Kerncharakteristika der Netzwerke (Geographie, Organisation) allerdings konstant. Das heisst unter anderem, dass eine Internationalisierung oder Globalisierung der Innovationsnetzwerke – entgegen der gängigen Meinung in der aktuellen Literatur – nicht statt gefunden hat sondern die Innovationsnetzwerke bereits im gesamten Untersuchungszeitraum seit 1990 in hohem Masse international waren.
 Die Struktur und Geographie von Innovationsnetzwerken ist abhängig von der Unternehmensstrukturen einer Region, der Grösse regionalwirtschaftlicher Cluster und der Volkswirtschaft, von der Geographie der Arbeitmärkte und der Sprachräume, vom wissenschaftlichen Umfeld und schliesslich vom regionalökonomischen Kontext (Spezialisierungen, Entwicklungspfade).
 Innovationsnetzwerke und ihr regionaler Kontext lassen sich anhand des Modells regionaler Innovationssysteme nach Asheim (1998) und Cooke (1998) klassifizieren. Lediglich die Region Basel lässt sich aufgrund der grossen Bedeutung der Pharmaindustrie für die Innovationsnetzwerke der regionalen Biotechnologieunternehmen nicht anhand dieser Einteilung klassifizieren. In der vorliegenden Arbeit wird deshalb vorgeschlagen, das Modell nach Asheim (1998) und Cooke (1998) um ein „Corporate Innovationssystem“ zur erweitern, welches vor allem durch den Einfluss der Grossindustrie gekennzeichnet ist.
Advisors:Schneider-Sliwa, Rita
Committee Members:Monheim, Heiner
Faculties and Departments:05 Faculty of Science > Departement Umweltwissenschaften > Geographisches Institut > Humangeographie / Stadt- und Regionalforschung (Schneider-Sliwa)
Item Type:Thesis
Thesis no:8846
Bibsysno:Link to catalogue
Number of Pages:280
Language:German
Identification Number:
Last Modified:30 Jun 2016 10:41
Deposited On:08 Jan 2010 08:36

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