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Lebenswelt Kinderheim: Die Anstalt in Beuggen während der Gründungsphase und Anfangszeit 1817-1824

Lechner, Rita. Lebenswelt Kinderheim: Die Anstalt in Beuggen während der Gründungsphase und Anfangszeit 1817-1824. 2011, Master Thesis, University of Basel, Faculty of Humanities and Social Sciences.

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Official URL: https://edoc.unibas.ch/60321/

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Abstract

Im Mai 1820 geleitet der Pfarrer einer basellandschaftlichen Gemeinde zwei Kinder seines Kirchenbezirkes an den badischen Ort Beuggen. Dort, im Schloss von Beuggen, werden die Kinder in die Pioniergruppe eines neu in Betrieb genommenen Heimes integriert. Die Einrichtung war mit der Zielsetzung eröffnet worden, Kinder aus sozial prekären Verhältnissen in Obhut zu nehmen.Eine Reihe von Fragen drängen sich hierzu auf: Was waren die Gründe für eine Heimunterbringung? Wer veranlasste die Fremdplazierung der Kinder? Warum wurden diese aus dem Baselbiet ins badische Beuggen geschickt? Welche Art Anstalt befand sich dort und unter welchen Prämissen wurde diese geführt? Und wie sah der Heimalltag für die Kinder aus? Zur Klärung der Fragen wird ein breit gestreuter Quellenfundus konsultiert, darunter auch die Wochenberichte des Anstaltsleiter zu den Vorkommnissen im Heim.Die Einrichtung wollte ein überschaubares Umfeld sein, in dem die entwurzelten Kinder Halt durch ein strukturintensives sowie arbeitsreiches Heimleben erfuhren. Diese Konzeption unterschied die Institution nicht wesentlich von anderen Erziehungsanstalten, welche im Zuge der Aufklärung am Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden. Das entscheidende Kennzeichen der Institution in Beuggen bestand indes darin, dass im Schatten von Erziehung und Bildung ein frommes Leben für Kinder organisiert wurde. Es gab den steten Versuch, die Schutzbefohlenen mit einer ‹religiösen Eichung› zu versehen. Dies bedingte der Umstand, dass die Gründung des Heimes durch eine pietistisch inspirierte Gruppierung, die Basler Christentumsgesellschaft, initiiert worden war. Die religiöse Kategorie ‹Pietismus› wird deshalb in ihren Grundzügen beschrieben und um ihre in Basel auftretende Spezifikation erweitert. Ein besonderes Augenmerk wird außerdem auf das Erziehungskonzept gelegt, welches die ‹Lebenswelt Kinderheim› bestimmte.Humanitäre Bemühungen brachten die eingangs erwähnten Kinder aus dem Baselbiet nach Beuggen. Die relative Armut der jeweiligen Familie, ebenso die der Heimatgemeinde, war eine wesentliche Ursache für die Verschickung der Kinder. Ein Exkurs in die Heimatgemeinde der beiden Kinder ermöglicht deshalb eine erweiterte Perspektive. Das Schul- und Armenwesen der Gemeinde wird sondiert und die Lebensverhältnisse in den Herkunftsfamilien der beiden Kinder soweit als möglich rekonstruiert.Die Basler Christentumsgesellschaft wollte mit dem Projekt in Beuggen ein sichtbares Zeichen setzen, um die Verelendung von Teilen der Bevölkerung - und die damit oft einhergehende Dechristianisierung -  zu begrenzen. Es ist ein wesentlicher Gegenstand der Untersuchung, inwieweit dies gelang und unter welchen Bedingungen es geschah.
Advisors:Arni, Caroline
Committee Members:Opitz-Belakhal, Claudia
Faculties and Departments:04 Faculty of Humanities and Social Sciences > Departement Geschichte > Bereich Neuere und Neueste Geschichte > Allgemeine Geschichte des 19./20. Jhds (Arni)
04 Faculty of Humanities and Social Sciences > Departement Geschichte > Bereich Geschlechtergeschichte > Allgemeine Geschichte des 19./20. Jhds (Arni)
04 Faculty of Humanities and Social Sciences > Departement Geschichte > Bereich Frühe Neuzeit > Geschichte der frühen Neuzeit (Opitz-Belakhal)
04 Faculty of Humanities and Social Sciences > Departement Geschichte > Bereich Geschlechtergeschichte > Geschichte der frühen Neuzeit (Opitz-Belakhal)
UniBasel Contributors:Arni, Caroline and Opitz Belakhal, Claudia
Item Type:Thesis
Thesis Subtype:Master Thesis
Thesis no:UNSPECIFIED
Thesis status:Complete
Last Modified:05 Apr 2018 17:38
Deposited On:06 Feb 2018 11:26

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