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Unterrichten zur Förderung von selbstreguliertem Lernen in der Berufsbildung : Lehrervoraussetzung, Lehrerentwicklung und Perspektiven : eine Interventionsstudie

Elke, Astrid. Unterrichten zur Förderung von selbstreguliertem Lernen in der Berufsbildung : Lehrervoraussetzung, Lehrerentwicklung und Perspektiven : eine Interventionsstudie. 2006, PhD Thesis, University of Basel, Faculty of Psychology.

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Official URL: http://edoc.unibas.ch/diss/DissB_7758

Abstract

Zur Förderung von selbstreguliertem Lernen (SRL) in der Schweizer Berufsbildung wurden in einer Interventionsstudie Lehrervoraussetzungen und Entwicklungen in zwei Untersuchungen erfasst. In Untersuchungwurden vor und nach einer Lehrerschulung in SRL Interviewdaten von 28 bzw. 20 Berufslehrern aufgenommen. Zudem standen die Daten einer Referenzgruppe von vier ungeschulten Lehrpersonen zur Verfügung. Die Lehrer unterrichteten teilweise allgemein bildende Fächer, teilweise berufsspezifische Fächer und kamen aus unterschiedlichen gewerblich-industriellen Berufsschulen der Nordwestschweiz. Im Gegensatz zur Referenzgruppe war nach der Intervention bei den Interventionslehrern eine Entwicklung hin zu einem tiefenorientierten Lernverständnis festzustellen. Im Bereich Unterrichtsplanung gab es kaum Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Gesamthaft wurden von allen Lehrpersonen Schüler in verschiedenen Lernsituationen als eher passiv wahrgenommen, insbesondere bei der Testvorbereitung. Allerdings lösten die meisten Lehrer die Verstehensprobleme ihrer Schüler so, dass keine selbständige Lernaktivität von diesen verlangt wurde, sondern Lehrerantworten passiv konsumiert werden konnten. Nach der Intervention gaben die meisten geschulten Lehrer im Gegensatz zu den ungeschulten an, besser auf die Lernprozesse der Schüler einwirken zu können mit lernstrategischem Vorgehen. Bei den Schülern beobachteten sie allerdings eine viel geringere Entwicklung zu Eigenaktivität. Die für SRL wichtige Selbständigkeit der Schüler wurde von allen Lehrpersonen als weniger hoch eingestuft als die nötige Lehrerkontrolle. Eine Entwicklung konnte in diesem Bereich nicht festgestellt werden. Generell schienen die tiefenorientierten Lehrer Vorteile bei den für SRL förderlichen Kriterien der Unterrichtsplanung und der Lernprozesse zu haben. Im Bereich Schülerselbständigkeit war dies nicht feststellbar. Es gab Hinweise darauf, dass sich die tiefenorientierten Lehrer nach der Intervention eher günstig hinsichtlich SRL entwickelten. In Untersuchungwurden die Lehrpersonen erstsemestriger Polymechaniker untersucht, wobei eine Berufsschule die Interventionsgruppe (sechs Lehrer) bildete, eine andere die Referenzgruppe (acht Lehrer). Ein aus den Interviewdaten der ersten Untersuchung entwickelter Fragebogen zur Veränderungserfassung wurde eingesetzt. Auch hier war eine leichte Entwicklung der Interventionslehrer in Richtung Tiefenorientierung nach der Intervention festzustellen, während es in den Bereichen Unterrichtsplanung und Schülerselbständigkeit keine klaren Unterschiede zur Referenzgruppe gab. Die Interventionslehrer gaben an, nach der Intervention im Unterricht den Zeitanteil für Inhaltsvermittlung reduziert zu haben zugunsten der Beschäftigung mit Lernprozessen. Die Unterrichtsbeobachtung bestätigte prinzipiell diese Beurteilung, allerdings in geringerem Mass als von den Lehrpersonen angenommen.
Advisors:Steiner, Gerhard
Committee Members:Grob, Alexander
Faculties and Departments:07 Faculty of Psychology > Departement Psychologie > Abteilung Cognitive and Decision Sciences
Item Type:Thesis
Thesis no:7758
Bibsysno:Link to catalogue
Number of Pages:413
Language:German
Identification Number:
Last Modified:30 Jun 2016 10:41
Deposited On:13 Feb 2009 15:53

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