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Einfluss der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) auf das Primärstaging und das weitere therapeutische Vorgehen bei Hochrisikopatientinnen mit Mammakarzinom

Wiederkehr, Oliver. Einfluss der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) auf das Primärstaging und das weitere therapeutische Vorgehen bei Hochrisikopatientinnen mit Mammakarzinom. 2006, PhD Thesis, University of Basel, Faculty of Medicine.

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Official URL: http://edoc.unibas.ch/diss/DissB_7606

Abstract

Das Ziel dieser retrospektiven Studie, die auf einer prospektiv angelegten Datenbank
basierte, war es zu untersuchen, welchen Einfluss die Positronen-Emissions-
Tomographie mit F18-2-deoxy-2-fluoro-D-Glucose (FDG-PET) bei der Erstdiagnose
eines Mammakarzinoms auf das primäre Tumor-Staging und auf das therapeutische
Prozedere hatte. Dies im Vergleich ohne die FDG-PET, aber mit der gesamten bis
zur PET-Untersuchung durchgeführten konventionellen Staging -Diagnostik.
Als einzige der bisher gemachten Studien bezüglich FDG-PET und Mammakarzinom
untersuchte unsere Arbeit bei einer grossen Anzahl von Patientinnen (n=116) den
Einfluss der FDG-PET auf das Primärstaging und das weitere therapeutische
Vorgehen. Die bisher publizierte Literatur bezüglich FDG-PET und Mammakarzinom
beschränkt sich neben dem Nachweis des Primärtumors vorwiegend auf drei
Fragestellungen: das Axilla-Staging, das Rezidiv-Staging und die Beurteilung des
Tumoransprechens auf Chemotherapie.
Insgesamt wurden bei dieser Arbeit 116 Patientinnen mit einem Mammakarzinom,
bei denen eine FDG-PET am Kantonsspital St.Gallen durchgeführt wurde, in der
Studie ausgewertet. Eingeschlossen wurden nur Patientinnen bei denen die FDGPET
zum initialen Tumor-Staging (kein Rezidiv-Staging, keine Verlaufskontrollen)
erfolgte. Dabei wurden die 116 Patientinnen in zwei Gruppen eingeteilt. Zur Gruppe 1
gehörten 74 Patientinnen bei denen die FDG-PET vor der Mammaoperation und vor
dem operativen Axilla-Staging gemacht wurde. Die Gruppe 2 enthielt 42 Patientinnen
bei denen die FDG-PET postoperativ aufgrund von axillären Lymphknotenmetastasen
erfolgte. Die Auswertung geschah für jede Patientin anhand eines
dreiseitigen Formulars. Dieses Formular war so konzipiert, dass der Therapieplan
jeweils nach den konventionellen Staging Untersuchungen (Seite 1), nach dem FDGPET-
Resultat (Seite 2) und nach den zusätzlichen Untersuchungen (Seite 3), die
nach der FDG-PET stattfanden, festgelegt werden musste. Drei verblindete Experten
(Onkologen) werteten die Formulare unabhängig voneinander gemäss dem
aktualisierten, internationalen Konsens (St. Gallen 2005) aus. Die Zuordnung zum
TNM-Stadium erfolgte auf der Basis der bildgebenden Verfahren und den klinischen
Befunden jeweils vor der PET, nach der PET und nach den zusätzlichen
Untersuchungen.
Insgesamt ergaben sich aufgrund der PET-Resultate 46 Änderungen beim
regionalen Lymphknoten-Staging (39,7%) und 83 Änderungen beim Fernmetastasen-
Staging (71,5%). Davon betrafen 10 (8,6%) neuentdeckte parasternale
Lymphknotenmetastasen (N2b- oder N3b-Stadien) und 14 (12,1%) neuentdeckte
supraclaviculäre Lymphknotenmetastasen (N3c-Stadien). Bei 22 (18,9%) der 116
Patientinnen zeigte die PET bis anhin unentdeckte Fernmetastasen. Daraus
resultierten bei 31,9% der Patientinnen The rapieänderungen. Diese setzten sich
zusammen aus 11,2% Änderungen der Chemotherapie, 27,0% Änderungen der
Radiotherapie, 9,8% Änderungen der chirurgischen Behandlung, 0,9% Änderungen
der endokrinen Medikation, 12,4% Änderungen der Behandlung mit Bisphosphonaten
und aus 1,7% der weiterführenden Diagnostik aufgrund der PET. Die
Änderung des Therapieziels kurativ oder palliativ betrug 20,1%.
Die Stärken dieser Studie betreffen die gute Methode mit dem genau beschriebenen
Patientinnen-Kollektiv, die prospektive Datenbank, auf welcher die Auswertung
beruht, die verblindete Evaluation der Experten, die einheitliche Grundlage auf einem
aktuellen, international akzeptierten Konsensus zur Auswahl der Therapien und die
geringe Anzahl durchgeführter vergleichbarer Studien. Wie bereits in anderen
Studien, welche die Bedeutung der FDG-PET beim Mammakarzinom untersuchten,
zeigte die vorliegende Studie, dass die FDG-PET ein wertvolles diagnostisches
Instrument im Staging (zum Nachweis von parasternalen und supraclaviculären
Lymphknotenmetastasen und zum Nachweis von Fernmetastasen) und für das
Management von Patientinnen mit einem Mammakarzinom ist.
Advisors:Thürlimann, Beat
Committee Members:Rochlitz, Christoph
Faculties and Departments:03 Faculty of Medicine > Bereich Medizinische Fächer (Klinik) > Onkologie
Item Type:Thesis
Thesis no:7606
Bibsysno:Link to catalogue
Number of Pages:95
Language:German
Identification Number:
Last Modified:30 Jun 2016 10:41
Deposited On:13 Feb 2009 15:47

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