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Neue Wirkstoffe aus der Flora des Himalaya? : Identifizierung von Diterpenalkaloiden aus "Aconitum"-Arten

Maier, Jakob. Neue Wirkstoffe aus der Flora des Himalaya? : Identifizierung von Diterpenalkaloiden aus "Aconitum"-Arten. 2004, PhD Thesis, University of Basel, Faculty of Science.

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Official URL: http://edoc.unibas.ch/diss/DissB_6963

Abstract

Bei der Suche nach neuen Wirkstoffen haben Pflanzen als Rohstoffquelle eine wichtige Bedeutung. Im Interesse der Pharmazie steht unter diesem Aspekt auch die traditionelle Medizin verschiedener Kulturen, wobei die asiatischen Medizinsysteme in Europa eine steigende Bedeutung finden. Phytochemische Untersuchungen über die pharmakologisch und toxikologisch interessanten Diterpenalkaloide in Aconitum-Arten wurden seit über hundert Jahren durchgeführt. Ziel dieser Arbeit war es, nach neuen Wirkstoffen in Aconitum-Arten des Himalaya zu suchen. Hierbei sollten Analysenmethoden verwendet werden, welche eine rasche Detektion und Identifizierung von Diterpenalkaloiden in Extrakten, insbesondere bei geringer Probenmenge, ermöglichen. Es wurden die Knollen von den drei aus dem Himalaja stammenden Arten A. falconeri, A. spicatum und A. violaceum sowie tibetische Juwelenpillen, welche Aconitum-Knollen enthalten, untersucht. Mit Dünnschichtchromatographie und Detektion mit dem DC-Scanner mittels Mehrwellenlängen-Scan konnten Extrakte von Knollenproben getrennt und die Hauptalkaloide im Vergleich zu Referenzsubstanzen identifiziert werden. Diese Methode ist für Routineprüfungen geeignet, die UV-inaktiven Alkamine wurden aber nicht zufriedenstellend detektiert. Auf Basis der mit DC gewonnen Resultate wurde die HPLC-MSn-Technik mit Elektrospray- Ionisation eingesetzt. Diese ermöglicht eine optimale Trennung geringster Probenmengen und eine spezifische Detektion sowie eine quantitative Untersuchung. Die MS2- und MS3– Spektren von Norditerpenalkaloiden, insbesondere des Pseudaconitin- und Bikhaconitin-Typs, ergaben charakteristische MSn-Fragmentierungen. Mit deren Hilfe wurden weitere Substanzen tentativ identifiziert, für welche keine Referenzsubstanzen vorhanden waren. Diese Interpretationen konnten im Fall von 8-Acetylfalconerin (18), Ludaconitin (10) und Falaconitin (27) mit isolierten oder semisynthetisch hergestellten Referenzsubstanzen bestätigt werden. Ebenfalls tentativ identifiziert wurden die bisher nicht bekannten Alkaloide 8-Deacetyl-8-Veratroyl-Yunaconitin (25) und 8-Benzoyl-14-Veratroylpseudaconin (26), welche als besondere 8,14-Diaroylalkaloide in den Knollen von A. falconeri gefunden wurden, während 8-Deacetyl-8-O-Methyl-Pseudaconitin (13) und 8-Deacetyl-8-O-Methyl- Indaconitin (19) als in wässrig-methanolischer Lösung entstehende Artefakte nachgewiesen wurden. Die Proben wurden qualitativ und quantitativ untersucht. Die quantitative Bestimmung, in welche vierzehn Alkaloide sowie zwei tentativ identifizierte Substanzen einbezogen wurden, konnte nicht mehrfach durchgeführt werden. Daher wurde statt des absoluten Gehalts der relative Gehalt im Verhältnis zum Hauptalkaloid angegeben. Hiermit liessen sich die Alkaloidmuster der verschiedenen Extrakte vergleichen. In Knollenextrakten von A. falconeri und A. spicatum wurden mehrere Alkaloide für diese Arten erstmals detektiert und die jeweils bekannten Alkaloide meist bestätigt. Bei A. violaceum wurden neu als Hauptvertreter die wenig toxischen Alkamine detektiert. Dies ist bemerkenswert, da bei den anderen untersuchten Arten vorwiegend die stark toxischen Diesteralkaloide detektiert wurden. In der tibetischen Medizin und in anderen asiatischen Medizinsystemen werden üblicherweise „entgiftete“ behandelte Knollen verwendet. Es wurde untersucht, ob ein „processing“-Effekt, für welchen eine Verschiebung der Hauptalkaloide von den Diester- zu den Monoesteralkaloiden erwartet wurde, bei behandelten Knollen sowie diese Komponente enthaltende tibetischen Juwelenpillen festgestellt werden kann.. Bei Knollenextrakten von A. falconeri wurden im Alkaloidmuster keine Unterschiede zwischen tibetisch behandelten und unbehandelten Knollen festgestellt, was mit einer zu kurzen Behandlungsdauer zusammenhängen könnte. Bei tibetischen Pillenproben verschiedener Herkunft waren allerdings grosse Unterschiede in den Verhältnissen zwischen analogen Mono- und Diesteralkaloiden vorhanden, was bei einigen Proben auf ein effektives „processing“ zurückgeführt werden könnte. Die Trennung der Alkaloidgemische mit Umkehrphasen-HPLC ergab eine tailingfreie Trennung der Alkaloide. Retentionszeitbereiche konnten klar unterschieden werden, in welchen mit abnehmender Polarität aufeinanderfolgend Alkamine, Monoesteralkaloide, Diesteralkaloide sowie schliesslich Lipoalkaloide gruppenweise eluierten. Die Giftigkeit dieser Substanzgruppen in dieser Elutionsfolge ist zuerst gering, gefolgt von mittel, dann maximal mit den giftigsten Alkaloiden überhaupt und schliesslich wieder mittel. Unterschiede im Veresterungsgrad der Norditerpenalkaloide, welche für ihre pharmakologischen und toxikologischen Eigenschaften ausschlaggebend sind, zeigten sich also auch in ihrem flüssigchromatographischen Verhalten!
Advisors:Schaffner, Willi
Committee Members:Oehme, Michael
Faculties and Departments:05 Faculty of Science > Departement Pharmazeutische Wissenschaften > Pharmazeutische Biologie (Hamburger)
Number of Pages:178
Language:Deutsch
Bibsysno:Link to catalogue
Thesis no:6963
Deposited On:13 Feb 2009 16:00

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