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Klinische Wirksamkeit, Pharmakologie und Analytik von Bryophyllum pinnatum

Wächter, Regula. Klinische Wirksamkeit, Pharmakologie und Analytik von Bryophyllum pinnatum. 2011, PhD Thesis, University of Basel, Faculty of Science.

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Official URL: http://edoc.unibas.ch/diss/DissB_9419

Abstract

Eines der grössten Probleme der modernen Geburtshilfe stellt trotz grosser Bemühungen in den letzten Jahren immer noch die vorzeitige Wehentätigkeit und die mit ihr verbundene drohende Frühgeburt¨
dar. Es wird stets nach neuen Möglichkeiten gesucht, diese zu verhindern und die Risikofaktoren auszuschalten.
Vorzeitige Wehen werden symptomatisch mittels medikamentöser Wehenhemmung = Tokolyse behandelt. Mit Nifedipin, das zur Tokolyse weltweit im off-label verwendet wird, steht eine orale Applikation
zur Verfügung, die, wenn immer möglich, aus Gründen der Vereinfachung einer intravenösen Tokolyse vorgezogen wird.
In der anthroposophischen Medizin werden zur Tokolyse seit ca. 30 Jahren Präparate verwendet, die Auszüge der Pflanze Bryophyllum pinnatum enthalten und in der Schweiz als anthroposophische
Heilmittel gehandelt werden, im engeren Sinn aber Phytotherapeutika darstellen. Das Nebenwirkungspotenzial dieser Phytotherapeutika ist sehr klein.
Der direkte Vergleich zu einem synthetisch hergestellten Tokolytikum wurde nun mit der klinischen Studie „Bryophyllum pinnatum versus Nifedipin zur Behandlung vorzeitiger Wehentätigkeit“ gezogen.
An einem Patientinnenkollektiv von knapp 30 Patientinnen konnte eine gleichwertige Wirkung zur Hemmung der vorzeitigen Wehentätigkeit bezüglich der Hauptzielparameter gezeigt werden.
Der Presssaft von Bryophyllum pinnatum, aus dem die Kautabletten für die klinische Studie hergestellt werden, wurde gleichzeitig in-vitro an Myometriumstreifen von Patientinnen getestet, die sich
einer Sectio caesarea am Termin unterzogen und der Forschung ein Stück Gewebe ihres Uterus zur Verfügung stellten. Dabei konnte gezeigt werden, dass der Presssaft und Fraktionen davon sehr wohl
in der Lage sind, Kontraktionen dieses potenten Muskelgewebes zu hemmen.
Um die Fraktionen für die Myometriumstreifenexperimente zu erhalten, wurde der Presssaft lyophilisiert und anschliessend mittels Mitteldruck-Flüssigchromatographie (MPLC) aufgetrennt.
Als stationäre Phase zur Chromatographie wurde Sephadex LH-20 eingesetzt. Das Monitoring der Fraktionen erfolgte mittels Dünnschichtchromatographie (DC). Die Fraktionen wurden anschliessend
entsprechend vereinigt und eingeengt.
Der Presssaft, sowie 3 Fraktionen davon wurden mittels Hochleistungs-Flüssigchromatographie (HPLC) aufgetrennt. Anhand der Diodenarray-UV-Spektren (DAD-UV) wurden einzelne Peaks der
Fingerprint-Profile den jeweiligen Substanzklassen (Flavonoide, Bufadienolidderivate oder Zimtsäuren) zugeordnet.
Bevor mittels Massenspektrometrie (HPLC-MS) versucht wurde, einzelne Peaks aufgrund ihrer Massenspektren Stoffen zuzuordnen, wurde eine Literatursuche zur Bestimmung der bereits in
Bryophyllum pinnatum bekannten Inhaltsstoffe durchgeführt.
Advisors:Hamburger, Matthias Otto
Committee Members:Hersberger, Kurt and Mandach, Ursula von
Faculties and Departments:05 Faculty of Science > Departement Pharmazeutische Wissenschaften > Pharmazie > Pharmazeutische Biologie (Hamburger)
Item Type:Thesis
Thesis no:9419
Bibsysno:Link to catalogue
Number of Pages:230 S.
Language:German
Identification Number:
Last Modified:30 Jun 2016 10:42
Deposited On:22 Jun 2011 13:50

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